Letzte Aktualisierung: 15. August 2004

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Diese Gesichter sagen Ihnen nichts? Ist auch kein Wunder.

Diese Leute sind fast ausschließlich durch ihre Stimme bekannt.

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welche Hollywood-Stars sich dahinter verbergen!

Lösungen: siehe unten!

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V3-URL
[digits.com]
D
Diese Website widmet sich einem wenig beachteten Thema: dem Sychronsprechen. Anders als in den meisten anderen Ländern befinden wir uns in Deutschland in der bequemen Lage praktisch jeden Film in unserer Muttersprache sehen zu können. Fast alle ausländischen Filme bei uns werden synchronisiert. Obwohl die Synchronisation dem Film viel von seinem Flair und seiner künstlerischen Authentizität nimmt, ist das Massenpublikum an deutsche Sprachfassungen gewöhnt. Es gibt durchaus Fälle, in denen ein Film in der Synchronisation besser oder zumindest interessanter ist. Leider trifft für einen mindestens genau so großen Teil eher ein Robert Lemke-Zitat zu, wonach die Synchronisation "die späte Rache an den Alliierten" ist.
V
iele Leute stehen deutschen Synchronfassungen kritisch gegenüber. Sie argumentieren, dass das Original ohnehin nie zu erreichen sei und man in anderen Ländern - wie Schweden - schließlich auch ohne Synchronisation auskomme. Dort gelange der Film zum einen unverfälscht in die Kinos und zum anderen verbesserten sich auch die Fremdsprachenkenntnisse der Zuschauer. Alles richtig. 
Nicht richtig ist das Argument, dass eine Synchronisation immer aufgesetzt und unglaubwürdig ist, wie man es aus den USA immer wieder hört. Die wenigen Synchronisationen, die in Amerika gefertigt wurden, scheinen dies zwar zu bestätigen (z.B. Lola rennt, Das Leben ist schön, Anatomie), doch mit etwas mehr Geschick und mehr Motivation könnte man auch dort bessere Arbeit leisten. (Da die Amerikaner aber lieber den ganzen Film neu drehen, wird sich daran so schnell nichts ändern.)
Man sollte jedenfalls nicht vergessen, dass ein  Film in der Synchronfassung von deutlich mehr Leuten konsumiert werden kann, was natürlich ein Grundinteresse der Filmproduzenten ist. Darüber hinaus gibt es in  Originalfassungen immer wieder Details, die - falls man nicht gerade gebürtiger Amerikaner ist - erst durch die Synchronisation verständlich werden. Gerade in solchen Fällen zeigen sich dann die Unterschiede zwischen einer gelungenen und lieblosen deutschen Bearbeitung. Wer sich der Verantwortung beim Synchronisieren bewusst ist - ob nun Synchronsprecher, Übersetzer, Texter, Cutter oder Dialogregisseur - der trägt letztendlich auch dazu bei, dass ein Film in Deutschland so verstanden wird, wie er im Original gedacht war.
Keine Alternative zur Synchronisation ist es einen Film einfach zu untertiteln. Es ist zum einen nicht möglich eine komplette 1:1-Übersetzung als Untertitel einzublenden, so dass Dialoge immer wieder gerafft werden müssen, bis sie in zwei kleine Zeilen passen. Darüber hinaus können Untertitel die Bildkomposition nachhaltig zerstören (man stelle sich eine düstere halbdunkle Szene mit grellen weißen Untertiteln vor). Hinzu kommt noch, dass das ständige Lesen den Zuschauern eine permanente Konzentration abverlangt, was diese meistens ablehnen. Das Publikum sollte die Möglichkeit haben, die Handlung erzählt zu bekommen, und sie nicht lesen zu müssen.
E
inen Film zu synchronisieren ist eine sehr aufwendige Arbeit. Zum Vergleich könnte man sich vielleicht vorstellen, dass die komplette Handlung eines Films auf einer 2x2 Meter großen Theaterbühne aus dem Stegreif nachgespielt wird...
Als erstes muss eine Übersetzung erstellt werden, deutsche Schauspieler müssen den übersetzten Originaltext nachsprechen (und vor allem auch spielen), Geräusche müssen häufig neu erzeugt werden, und schließlich muss die deutsche Tonspur richtig auf die Lippenbewegungen gesetzt werden, bis eine glaubwürdige deutsche Fassung entstanden ist. 
Dies alles geschieht unter enormem Zeitdruck. Bei einem zweistündigen Kinofilm hat das Studio oft nicht einmal eine Woche dafür Zeit. Dennoch sind die Synchronisationen hierzulande technisch gesehen ausgezeichnet, was nicht zuletzt durch die langjährige Erfahrung kommt.  
D
ie Konkurrenz auf dem Synchron-Markt ist groß. Deutsche Synchronstudios gibt es vor allem in Berlin, München und Hamburg. Im Augenblick teilen sich München und Berlin den Markt. Weil viele Studios für Nebenrollen aus Kostengründen meist Sprecher aus dem Umkreis engagieren, erkennt man vor allem an ihnen, in welcher Stadt die Synchronfassung entstanden ist. Da Zeit bekanntlich Geld ist, müssen die Synchronschauspieler unglaublich flexibel sein. Wer zu lange für seine Takes braucht, ist schlecht fürs Geschäft.
E
in  entscheidender Punkt ist die Übersetzung der Dialoge, die oft  zu wünschen übrig lässt.  Übersetzungsfehler sowie die Vergewaltigung der deutschen Sprache sind keine Seltenheit. Hinzu kommen bewusste Veränderungen des Originals an Stellen, die vom Übersetzer selbstherrlich "zum besseren Verständnis" vorgenommen wurden. Oft fragt man sich, wieso nicht wenigstens die Sprecher schlecht übersetzte Dialoge korrigieren. Bei knapp zwei Minuten Vorbereitungszeit haben diese aber kaum die Chance Übersetzungsfehler zu beanstanden. 
N
och ein Problem ist die Stimmenauswahl. Obwohl es eher selten vorkommt, dass eine Stimme überhaupt nicht passt, geschieht es häufig, dass Sprecher ausgetauscht werden. So etwas ist immer schlecht für die Kontinuität. Außerdem bleiben Schauspieler, wenn sie jedes Mal anders klingen, natürlich weniger gut im Gedächtnis. Ein Newcomer erhält oftmals erst dann  eine feste Stimme, wenn er mehrmals eine Hauptrolle gespielt hat.
Häufig kommen Änderungen im Voicecasting natürlich deshalb zustande, weil der bisherige Sprecher einfach nicht verfügbar ist (so konnte Manfred Lehmann in Stirb langsam 3 Bruce Willis nicht synchronisieren, da er für eine Serie vor der Kamera stand.)
Es gibt auch Fälle, in denen sich die Sprecher plötzlich von einer Stammrolle zurückziehen (wie etwa Stephan Schwartz, der frühere Sprecher von Tom Cruise). Oft erhalten Hauptdarsteller auch andere deutsche Stimmen, wenn ein Film statt in Berlin einmal in München synchronisiert wird oder umgekehrt, wie z.B. bei Gene Hackman: Hartmut Neugebauer [München] und Klaus Sonnenschein [Berlin]. 
Noch schlimmer erging es Samuel L. Jackson, der zuerst in jedem seiner Filme eine andere  Stimme hatte, bis man sich endlich auf Engelbert von Nordhausen einigte. 
Seltener besteht auch der Verleih einmal auf einer Umbesetzung (Nicole Kidman wird in Project: Peacemaker plötzlich von Sabine Jäger gesprochen.) 
Immer öfter achten die Regisseure selbst auf die Synchronisation, wie z.B. Stanley Kubrick. Er wählte stets die dt. Sprecher für die Hauptrollen seiner Filme selbst aus, so etwa Patrick Winzcewski als Tom Cruise in Eyes Wide Shut  oder auch Jörg Pleva für Malcom McDowell in Uhrwerk Orange, der auch Jack Nicholson in Shining synchronisierte. Ähnlich bei Regisseur Steven Sonderbergh, der Detlef Bierstedt als Stimme für George Clooney als unpassend empfand, weshalb er in den Filmen Ocean's Eleven und Solaris den Münchner Schauspieler Martin Umbach verpflichten ließ, der in der Tat dem Original näher kommt.
Von Richard Gere hört man in letzter Zeit, dass ihm seine (in der Tat anders klingende) Standardstimme Hubertus Bengsch missfalle, so dass kürzlich der frühere Sprecher Frank Glaubrecht wieder  vermehrt zum Einsatz kam.
Manchmal kommt es vor, dass zwei Schauspieler, die den gleichen deutschen Sprecher haben, im selben Film auftreten.  In Der schmale Grat sind sowohl John Travolta und Nick Nolte dabei, die beide üblicherweise von Thomas Danneberg gesprochen werden. Um Verwirrungen zu vermeiden wurde Nick Noltes Part von Hans-Werner Bussinger übernommen. Gleiches Problem in Mission To Mars: Gary Sinise hat wie üblich die Stimme von Tobias Meister, während er bei Tim Robbins durch Stefan Fredrich ersetzt wurde. Diese "Zweitbesetzung" erhielt Robbins erneut in Mystic River, weil Tobias Meister bereits Sean Penn sprechen musste.
Einen regelrechtes Gerangel gab es um die Besetzung des Schauspielers Vin Diesel. Nachdem ihn zweimal der kernige Martin Kessler in einer Hauptrolle sprechen durfte, erfolgte bei dem Film XXX plötzlich eine Umbesetzung. Zunächst war Charles Rettingshaus dafür im Gespräch, der jedoch in letzter Minute gegen den bereits früher gecasteten Marco Kröger ausgewechselt wurde. Nach weiteren zwei Filmen setzte sich dann schließlich doch Rettinghaus als Standardsprecher durch, obwohl dieser mit dem Original fast nichts mehr gemein hat. In der Folge schickte man sich an Martin Kessler auch nicht mehr regelmäßig für seine Paraderolle Nicolas Cage zu verpflichten, obwohl Kessler durchaus bewiesen hatte, dass er Cage auch in sanfteren Rollen sprechen kann. Die Verleiher waren da anderer Meinung und besetzten für Cage mehrmals den vom Typ her komplett unterschiedlichen Ronald Nietschke. Einen Standardsprecher je nach Rollencharakter auszutauschen, erscheint wenig sinnvoll, ist aber leider eine nicht tot zu kriegende Praxis.
Ganz tragisch ist es, wenn ein Synchronsprecher verstorben ist. Viele Sprecher, deren Karriere in den schon 60er- und 70er-Jahren begann, weilen heute leider nicht mehr unter uns. Für diese "alte Garde" Ersatz zu finden, ist natürlich fast schon ein Ding der Unmöglichkeit. So können sich die Studios seit dem Tod von Gert-Günther Hoffmann, der langjährigen Stimme von Sean Connery, einfach nicht einig werden, wer den schottischen Mimen künftig seine Stimme leihen soll.
Großen Unmut bereiten in letzter Zeit Neusynchronisationen einiger Filme, meist im Zusammenhang mit einer DVD-Veröffentlichung. Wegen zusätzlicher Szenen oder zur Aufbesserung der Tonqualität kommt es zuweilen vor, dass ein Verleih bereits synchronisierte Filme neu eindeutschen lässt. Ungeachtet der Qualität der teilweise sehr gelungenen Neubearbeitungen missfällt den meisten Konsumenten ein solches Vorgehen. Die Macht der (Hör-)Gewohnheit ist eben stärker, als manchen Verleihern bewusst ist.
V
iele Schauspieler haben sich auf das Synchronisieren spezialisiert, so dass ihre eigenen Namen oft völlig unbekannt sind. Die Synchronisation gilt zwar als Selbstverständlichkeit. Da sie aber nur perfekt ist, wenn sie nicht auffällt, nimmt sie auch kaum einer wahr.
Aus diesem Grund sei diese Homepage dem "Schwarzen Gewerbe", der Synchronisation, gewidmet, auf dass die Damen und Herren Synchronschauspieler dadurch vielleicht ein wenig mehr Anerkennung bekommen mögen. Letztere bitte ich auch zu verzeihen, dass ich sie des öfteren ganz profan als "Sprecher" bezeichne, was ihre Arbeit in keinster Weise schmälern soll.
M
eine Synchronkartei habe ich lange Jahre erstellt und ich aktualisiere sie regelmäßig. Die Quellen sind in erster Linie meine Ohren, aber natürlich auch die zahlreichen Mails, sowie die wenigen Filme, bei welchen die Sprecher in Abspann genannt werden. Hinzu kommen noch Zeitungsartikel, Hörspielkassetten und TV-Auftritte von Sprechern (ja, das gab es wirklich mal...). Natürlich erhebt diese Kartei weder Anspruch auf Vollständigkeit noch auf Unfehlbarkeit. Falls jemandem etwas auffällt, schickt mir er oder sie bitte ganz einfach eine Mail.

Und jetzt viel Spaß !!!
PS: Wenn Sie das hier lesen können, brauchen Sie keine Brille.


Diese Homepage wurde erstellt am Freitag, 28. Februar 1997

© Slartibartfast

"Möget Ihr immer wissen, wo Euer Handtuch ist!"


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Lösungen zu den Bildern:
1. Zeile (von links nach rechts): Katja Nottke als Michelle Pfeiffer (Schatten der Wahrheit), Joachim Kemmer als Humphrey Bogart (Casablanca), Gert-Günther Hoffmann als Sean Connery (Highlander), Joachim Kerzel als Jack Nicholson (Besser geht's nicht), Arne Elsholtz als Tom Hanks (Forrest Gump)
2. Zeile: Niels Clausnitzer als Roger Moore (Octopussy), Manfred Lehmann als Bruce Willis (Pulp Fiction), Daniela Hoffmann als Julia Roberts (Notting Hill), Franziska Pigulla als Gillian Anderson (Akte X), Arnold Marquis als John Wayne (Nummer 5 lebt), Klaus Kindler als Clint Eastwood (Space Cowboys)
3. Zeile: Hansi Jochmann als Jodie Foster (Das Schweigen der Lämmer), Christian Brückner als Robert DeNiro (Reine Nervensache), Volker Brandt als Michael Douglas (Hello, Mr. President), Peer Augustinski als Robin Williams (Good Morning Vietnam), Marion Degler als Audrey Hepburn (Frühstück bei Tiffany)